Anbauphilosophie

Eine einheimische Moorpflanze

Der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia L.) ist eine einheimische Moorpflanze die als Heilpflanze für Atemwegserkrankungen kommerziell in Phytopharmazeutika genutzt wird.
Lebende Moore, das Habitat der Pflanze, sind jedoch in Deutschland zu 99% entwässert und damit als Lebensraum für den Sonnentau verloren.
Der Zustand der Moore im übrigen Europa ist kaum besser, es ist der Kontinent mit weltweit den meisten Moorverlusten. Auf Grund der starken Einschränkung ihres Lebensraums wurden die europäischen und damit in Deutschland heimischen Sonnentauarten auf die „Rote Liste“ gesetzt und sind daher als Rohstoff für die pharmazeutische Industrie kaum mehr verfügbar.

Die ersten Samen

Vor fünf Jahren wurden die erste Sonnentau Samen in Hankhauserner Moor (Niedersachsen, Deutschland) auf Torfmoosrasen ausgesät um einen Traum zu verwirklichen. Nach zahlreichen Versuchen hat endlich im Jahr 2015 die viele Arbeit seine Früchte getragen. Wir haben eine Methode entwickelt, welche bisher nicht machbar galt. Wir haben gemeinsam Torfmoos und den Rundblättrigen Sonnentau erfolgreich nachhaltig kultiviert.
So wollen wir im Jahr 2017 in östlichem Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern) ca. 25000qm Fläche bewirtschaften. Eine weitere Flächenerweiterung von ca. 15000qm befindet sich ebenfalls in Planung.

Die Innovation ist den Rundblättrigen Sonnentau als Heilpflanze durch Neu-Etablierung ihres natürlichen Habitats anzubauen. Diese Form des Sonnentau Anbaus (Drosera Paludikultur) ist absolut neu, nachhaltig und dient explizit dem Moor- und Klimaschutz da durch die Wiedervernässung die Torfzehrung gestoppt und das Entweichen klimarelevanter Gase auf das Niveau natürlicher Moore gesenkt wird. Im Idealfall wird neuer Torf durch die neu angesiedelten Torfmoose gebildet.

Die 4-Punkte der Umwelt- und Naturschutzaspekte einer Drosera Kultur auf Torfmoosrasen


1. Klimaschutz durch Torferhalt

Eine Wiedervernässung entwässerter Moore mindert die CO2 -Freisetzung um mindestens 15 Tonnen CO2 -Äquivalente pro Hektar und Jahr und erhält den Torf als dauerhaften Kohlenstoffspeicher

2. Gewässerschutz durch Reduzierung des Nährstoffeintrags

Mit Sonnentau-Kultivierung verbundene Torfmooskultivierung erfolgt ohne Düngung und Pestizide und führt zur Reduzierung des Nährstoffeintrags in Grund- und Oberflächengewässer im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft.

3. Artenschutz durch Erhalt und Schaffung von Lebensräumen

Eine Paludi-Torfmooskultur Fläche bietet einen Ersatz-Lebensraum für seltene hochmoortypische Pflanzen- und Tierarten; wie z.B. Weißes Schnabelried oder Moor-Wolfspinne. Weiterhin, dient als regionale und natürliche Genbank von hochmoortypischen Pflanzen.

4. Nachhaltige Rohstoffgewinnung

Drosera-Kultivierung als Paludikultur bietet eine torf-, klima-, umwelt-, ressourcenschonende Alternative zur Beschaffung der arzneilichen Droge `Droserae herba`, im Vergleich zur Wildsammlung.

Gefördert durch:

 Gefördert durch:

 

 
 
 
 
logo-gsa_300.png
© 2017 PALUDiMED.

Search